Valuedesk

Von der Idee zum mega Erfolg – Interview mit Valuedesk Co-Founder Dennis

Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit, da trafen zwei junge Mathestudenten mit unternehmerischem Mindset in der Founders Foundation auf einen Industrieexperten mit einer konkreten Geschäftsidee: Kosteneinsparungen in Unternehmen zu optimieren. Zwischen den dreien knisterte es sofort und so entschlossen sie sich, gemeinsam die Idee zu verwirklichen. Was folgte war eine Bilderbuch-Reise durch all unsere Education Formate. 

Valuedesk war geboren und hat sich in den letzten Jahren von einer klugen Idee zu einem sehr erfolgreichen Startup entwickelt. Dennis Cutraro ist Head of Operations und einer der drei Gründer von Valuedesk. Im Interview mit der Founders Foundation gibt er exklusive Einblicke in die Gründungsgeschichte, verrät, was erfolgreiche Finanzierungsrunden ausmacht und gibt angehenden Gründer:innen hands-on Tipps zum VC Funding.

Dennis Cutraro

Wie hast Du Deine Co-Founder Torsten und Ingo kennengelernt und wie habt Ihr gemeinsam Valuedesk gestartet?

Ingo kannte ich schon lange vor Valuedesk. Wir haben zusammen Mathe studiert, uns in der Uni schon ein Büro geteilt und zusammen Tutorien gegeben. Tatsächlich haben wir uns schon im Studium viel mit dem Unternehmertum und Social Entrepreneurship beschäftigt und haben auch im Studium dann schon zusammen eine Firma gegründet im E-Commerce Bereich. Das war 2016, als noch unklar war, ob wir promovieren oder vielleicht irgendwie unternehmerisch größer denken und weitermachen wollen. Damals gab es noch super wenig Angebote für Startups und nur ein paar Leute, die sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt haben in Bielefeld. 

Im Zuge eines kleinen Gründerevents, dem “Dein Tag zum Gründen” gab es einen Pitch, an dem Torsten seine Idee präsentierte und den Pitch auch tatsächlich gewann. Sein Preis war ein Mentoring mit Sebastian Borek. So kam er zur Founders Foundation. Und Ingo und ich saßen im Publikum, weil wir uns da vernetzen wollten und sind dort mit den beiden Gründern Dominik und Sebastian ins Gespräch gekommen, die uns in die Founders Foundation eingeladen haben. Das hat unseren unternehmerischen Spirit dann weiter entfacht. Wir waren dann tatsächlich relativ häufig in der Founders Foundation, haben von da aus einfach gearbeitet und uns dann für die zweite Academy (heute: Startup School) angemeldet. 

Torsten war ebenfalls Teilnehmer der Academy. Wir haben uns sofort mit ihm vernetzt. Bei Torsten war das Besondere, dass er aus der Industrie kommt und einfach ein Problem für sich gefunden hatte, nämlich dass Kosteneinsparungen nicht gut gemanagt werden können in Industrieunternehmen. Und dafür wollte er sich selbst eine Lösung bauen.

Valuedesk
Valuedesk Gründer Ingo Roßdeutscher, Torsten R. Bendlin & Dennis Cutraro in der Founders Foundation (v.l.)

So trafen wir drei aus diesen ganz unterschiedlichen Perspektiven in der Academy aufeinander: Ingo und ich als die Uni-Hustler mit ersten Erfahrungen im Startup Bereich und Lust etwas aufzubauen und Torsten aus der Industrie, der eine Idee hatte, die echt fundiert ist. Wir haben dann einfach gesagt wir versuchen das jetzt und sind bis heute glücklich zusammen geblieben. Es hat echt gut funktioniert!

Wie haben wir Euch als Founders Foundation unterstützen können in der Gründungsphase?

Gerade am Anfang war das Wichtigste für uns einen Begegnungsort zu haben, um Gleichgesinnte zu treffen. Wir wollten Leute finden, die einem zeigen, dass es nicht verrückt ist, was man selber macht und dass andere auch an verrückten Sachen arbeiten. Für uns war es auch sehr wichtig in eine Community zu kommen, von der wir lernen konnten, wie man ein Startup überhaupt aufbaut und was alles dazu gehört. Und aus diesem physischem Ort ist dann ein Gefühl von Zusammengehörigkeit entstanden, was gerade in der Anfangsphase besonders wichtig ist. Wenn man an etwas arbeitet, das vielleicht etwas verrückt ist und man sonst vielleicht keine Unterstützung hat, findet man in der Founders Foundation in jedem Fall eine Community, die einen pusht, mit der man zusammenarbeiten kann und mit der man vor allem Spaß an der Sache hat. Das war für uns das Wichtigste in der Gründungsphase. Und auch heute noch sind wir ständig in Kontakt mit der Founders Foundation und mit den beiden Gründern. Die Hinterland Konferenzen sind für uns dazu natürlich auch immer wieder eine coole Sache, um uns zu präsentieren und zu netzwerken.

Um ein erfolgreiches Startup aufzubauen braucht man Kapital. Wie habt Ihr Eure Idee finanziert? 

Zu Beginn unserer Gründungsphase hatte uns Academy Mentor Jan Brinckmann direkt gespiegelt, dass er unsere Idee mag und uns gesagt, dass er gerne investieren möchte. So hatten wir dann auch unseren ersten Business Angel und konnten gründen. An VC Firmen haben wir uns tatsächlich erst relativ spät gerichtet. Am Anfang lag unser Fokus eher auf der Zusammenarbeit mit Business Angels, alles aber immer mit Venture Capital Prinzip im Hintergrund. Neben Jan Brinckmann war dann noch ein lokaler Unternehmer dabei und auch ein Berliner Szene Investor, der in der Pre-Seed Phase investiert hat. Das war denke ich der klassische Startup Weg, den wir da genommen haben. 

Und wie ging es nach der Pre-Seed Phase mit der Finanzierung weiter? 

Die nächste Finanzierung war dann die Seed-Runde Anfang 2020. Viele Unternehmer sind zu Beginn der Corona Krise in diesen Überlebensmodus gegangen, aber wir haben uns bewusst dazu entschlossen, die Situation als Chance zu sehen und unsere Idee noch stärker zu positionieren. Zu der Zeit hatten wir schon mehr als eine halbe Millionen Euro unserer Business Angel eingesammelt. Darunter waren unter anderem erfolgreiche Angel wie auch Daniel Holz, aktueller Leiter des Europa Geschäfts von Google Cloud. Wir haben uns da wirklich an die top Leute gewandt.

Zuerst wollten wir die Finanzierungsrunde auch wieder nur mit Business Angel fahren, das war so ungefähr zu der Zeit des letzten Demo Days der Founders Foundation, bei dem wir auch etwas beitragen wollten und anfingen dafür ein Pitch Deck zusammenzubasteln. Und dazu hatte uns dann auch zufällig UVC Partners geschrieben, mit denen wir dann tiefer in den Austausch gegangen sind. 

Valuedesk auf dem Demo Day in der Founders Foundation
Valuedesk auf dem Demo Day in der Founders Foundation

Kennengelernt haben wir UVC Partners allerdings schon bei der Hinterland Konferenz kurz vorher. UVC Partners hat uns dann gefragt, warum wir nicht zu dem Zeitpunkt schon VC machen wollen und warum wir uns noch auf Angel Investoren beschränken. Wir haben uns dann dazu entschieden beides zu machen und uns dann für UVC Partners als den passenden Partner für uns entschieden. Und seitdem sind sie unsere Lead Investoren. So eine Finanzierungsrunde nimmt also immer eine Eigendynamik an. 

Ihr habt Euch also schnell für UVC Partners als Investoren entschieden – Worauf kommt es bei der Entscheidung des richtigen VC Fonds an? 

Ich bin ein großer Freund davon zu sagen: man sucht sich nicht den Fond aus, sondern den passenden Partner. Und da haben wir einen echt guten Partner mit Ingo Potthoff, mit dem wir uns sofort persönlich gut verstanden haben. Ein Punkt war für uns auch, dass UVC Partners bereits ein ähnliches Unternehmen im Portfolio hatte. Das heißt, wir wissen, dass der Investor wirklich den Markt versteht, dass er die Vertriebs-Zyklen einschätzen und uns einfach gut beraten kann. Das heißt es ist wichtig zu schauen, dass der VC Partner einfach die Industrie versteht, in der man sich bewegt.

Was sind Eure next Steps nach der erfolgreichen Finanzierungsrunde?

Im Kern geht es jetzt vor allem darum, das Vertriebsmodell skalierbar zu machen und das Team zu vergrößern. Wir haben ein solides Produkt aufgebaut und jetzt geht es darum, das Ganze auf breitere Beine zu stellen, also im Vertrieb und Marketing auszubauen und weiter ins Produkt zu investieren.

Welche Tipps kannst Du angehenden Gründungsteams mit auf den Weg geben im Bereich VC Funding?

Mein erster Tipp ist: seid gut vorbereitet. Man wird sich wundern, wie viele Leute ihre Hausaufgaben nicht machen. Versucht alles, was ihr habt in Eurem Pitch Deck gut zu clustern und die Informationsmenge zu komprimieren. Dreht dann mit Eurem Pitch Deck wirklich ein paar Feedbackschleifen und holt Euch auch Rückmeldung von anderen Gründern ein. Setzt die Gespräche mit Partnern, mit denen Ihr nicht unbedingt zusammenarbeiten möchte, an den Anfang, weil man dabei auch echt noch viel Feedback kriegt. Holt Euch zu Beginn auch einen guten Business Angel mit dazu, der Euch helfen kann die richtigen Türen zu öffnen. Aber der beste Tipp ist eigentlich der: baut ein gutes Unternehmen auf. Wenn Euer Unternehmen gut ist, dann könnt Ihr ein fürchterliches Pitch Deck haben und eine schlechte Story, aber die Leute wollen Euch trotzdem.

Dennis Extra Tipps an Gründer:innen

1. Wenn du in einem Loch bist, hör auf zu graben. 

 

Man ist oft geneigt, mehr von den falschen Dingen zu tun, weil man gerade im Tunnel und oft auch süchtig danach ist, immer beschäftigt zu sein. Aber nehmt Euch bewusst Zeit Eure Arbeit zu reflektieren. Und wenn etwas nicht funktioniert, dann seht es ein und steuert einen neuen Kurs an.

2. Eine Lösung für alle ist eine Lösung für niemanden. 

 

Versucht lieber der größte Fisch im kleinen Teich zu sein und den Teich nach und nach größer zu machen, als direkt in den großen Teich zu springen. Das heißt: definiert Eure Zielgruppe gut, schafft für diese Gruppe eine gute Lösung und weitet diese dann nach und nach aus.

Du willst auch mit deiner Business Idee durchstarten?

Dann bewirb Dich jetzt für unsere Startup School!
Der nächste Batch startet am 23. April.

Ähnliche Beiträge

Inhaltsverzeichnis