Phillip Westermeyer

Philipp Westermeyer – „Unser System bringt zu wenig Unternehmer hervor!“

Philipp Westermeyer ist das Gesicht der Online Marketing Rockstars in Hamburg und sorgt mit seiner jährlichen OMR-Konferenz für Impulse in der gesamten Marketing-Welt. Allerdings macht sich Philipp auch Sorgen um „Digital Germany“: Er hat uns im Interview verraten, dass das größte Problem bei der Digitalisierung die fehlenden Unternehmer sind – gut, dass wir mit der Founders Foundation einen einzigartigen und systematischen Ansatz entwickelt haben, um die Unternehmertalente der Zukunft mit Fokus auf „B2B“ und „Tech“ auszubilden. 

Philipp, mal ganz ehrlich: Glaubst du, dass der technologische Fortschritt euch als OMR wegfegen könnte?

Philipp: Nein, der technologische Fortschritt nicht. Da sind wir bei den meisten Themen gut und einen Bedarf nach Events wird es immer geben. Wenn wird es eher auf gesellschaftliche Strömungen, kuratorische Fehler oder so etwas in der Richtung hinauslaufen.

Ist für dich die „Digitalisierung“ die beste Chance, die man sich wünschen kann als Marketer?

Philipp: Es ist Chance und Problem zu gleich. Zum Beispiel war es noch nie so leicht 200 Leute in einen Club zu bekommen, aber es war auch noch nie so schwer 40 Millionen Media Etat von einer großen Brand sinnvoll zu investieren.

Wie bewertest du das in anderen Bereichen der Wirtschaft? Welche Branchen in Deutschland stehen vor existenziellen Problemen?

Phillip: Für die traditionellen Medien hat die Digitalisierung das Geschäftsmodell viel schlechter gemacht, keine Frage. Für die Mobilitätsbranche finden wir das gerade noch heraus, sowie für viele andere Bereiche der Wirtschaft auch. Ich glaube viele Markenartikler müssen sich langfristig umstellen, die Digitalisierung der großen und mittelständischen B2B-Branchen wird interessant. Darin gut zu sein, das gut zu bewerkstelligen – das entscheidet sicher relevant über die Zukunft des Landes in den kommenden Jahren.

Siehst du die Gefahr, dass Deutschland den „digitalen Anschluss“ komplett verliert?

Phillip: Komplett nicht. Wie gesagt, gerade im B2B-Bereich in Branchen wie Maschinenbau, Pharma, oder Chemie wo Deutschland groß ist, ist das Rennen jetzt ja gerade erst gestartet.

Wir als Founders Foundation setzen voll auf die Ausbildung der nächsten Tech-Unternehmergeneration mit B2B-Fokus. Glaubst du, dass Startups und Gründer in Deutschland ausreichend gefördert werden?

Phillip: Also für wirklich gute junge Firmen gibt es ausreichend Geld, da sehe ich keine Probleme. Das Problem könnte tatsächlich eher sein, dass zu wenige Menschen, die unser normales System durchlaufen, am Ende Unternehmer werden können oder möchten.

Founders Newsletter

Once a month all news about the Founders Foundation!

Wie nutzt ihr eigentlich für euch als Unternehmen den technologischen Fortschritt?

Phillip: An verschiedensten Stellen: Neue Formate wie Podcasts, neue Plattformen bei internen Prozessen, aber auch selbst-entwickelte bzw. angepasste Ticketings oder CRM-Lösungen.

Ihr habt im Online-Marketing mittlerweile fast Legenden-Status. Welche Kommunikations-Tipps würdest du einem jungen B2B-Startup geben? Oder könnt ihr nur B2C? 🙂

Phillip: Als allererstes Mal meinen OMR Podcast Nr 181 mit Experte Björn Sjut über B2B-Marketing hören. 50 Minuten hardcore, echte Gefühle sozusagen…Im Ernst: Björn erklärt da, dass es im B2B-Bereich meist um kleinere Zielgruppen geht und eine direkte Kenntnis von Interessenten total relevant ist. Er nennt das die „Entanonymisierung von Leads“ wie das funktioniert muss man tatsächlich von ihm selbst hören.

Was ist der größte Marketing-Fehler, den speziell Startups nur zu gerne machen?

Phillip: Zu glauben, dass man tausenden von Kunden zu denselben Kosten gewinnen kann, wie die ersten hundert, die meist aus Familie und Bekannten oder guter PR zum Launch bestehen.

Teil mit uns doch mal deinen größten Fuckup als OMR-Gründer und mit einem Kunden!

Phillip: Wir wollten bei einer Party ein Highlight setzen und hatten einen speziellen DJ eingeplant, was aber nicht zustande kam. Dann haben wir, um eine Enttäuschung zu vermeiden, einen Freund verkleidet und als diesen DJ auftreten lassen. Das war keine gute Idee, weil ein Hardcore-Fan verärgert war. Heute ist er wieder OMR-Fan, aber das hätte nicht sein müssen, jeder OMR-Gast zählt.

Ähnliche Beiträge