Sebastian Borek

Sebastian Borek: “Das Konzept der Founders Foundation funktioniert in ganz Europa!”

Unsere Founders Foundation geht ins vierte Jahr. Zeit für ein Gespräch mit CEO und Co-Founder Sebastian Borek über unser B2B-Startup-Ecosystem im Herzen des deutschen Mittelstands, unsere Gründerausbildung mit Tech-Fokus und das Zusammenspiel zwischen Familienunternehmen und Startups.

Unser Trackrecord

Die von uns ausgebildeten Gründer haben mit ihren Startups 250 Arbeitsplätze geschaffen, über 12 Mio Euro an Risikokapital eingesammelt und von 24 Startups unserer Gründer-Kaderschmiede sind noch 18 am Markt.

Wie wir das schaffen?

Mit unserer gezielten Ausbildung der nächsten Unternehmergeneration!
Wir vermitteln als gemeinnützige Founders Foundation das Knowhow für die erfolgreiche Gründung eines digital, skalierbaren Startups!
Wir bieten das Ausbildungs-Fundament für den neuen digitalen Mittelstand, in dem wir in Bielefeld ein einzigartiges Startup Ecosystem für Gründer im B2B- und Techbereich kreieren.
Ihr seht: Beste Bedingungen im Herzen des deutschen Mittelstands für die gesunde Entwicklung eines Technologie-Startups!

Sebastian, wie entwickelt sich das Startup-Ecosystem in Ostwestfalen-Lippe?

Borek: Wenn wir den Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte gerecht werden und im geopolitischen Kampf um die Märkte mit den großen Playern mithalten wollen können wir es uns schlicht und ergreifend nicht mehr erlauben, rein regional zu denken. Wir müssen europäisch denken. Und auf der Ebene haben wir noch extrem viel aufzuholen: Im internationalen Vergleich gibt es noch viel Luft nach oben. In Summe reichen alle Anstrengungen nicht aus, um eine Zukunftsfähigkeit sicherstellen zu können. Ich sehe im Grunde genommen nur zwei Möglichkeiten, um daran etwas zu ändern: Wir müssen mit bestehenden Corporates die digitale Transformation schaffen oder genug eigene Startups aufbauen, um die Lücken zu füllen und den Anschluss nicht zu verlieren. Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden, dafür braucht es Gründer! Und wir bilden die nächste Unternehmergeneration mit der Founders Foundation aus.

Welche Chancen bieten sich die beiden Seiten durch Kooperationen?

Borek: Die Zusammenarbeit mit einem Startup ist für die meisten Unternehmen wie eine Frischzellenkur. “Das haben wir immer schon so gemacht” zieht einfach nicht mehr, wenn vor Tatendrang und Kreativität sprühende Gründer mit innovativen Herangehensweisen festgefahrene Prozesse aufbrechen. Gleichzeitig profitieren die Jungunternehmer von dem reichhaltigen Erfahrungsschatz und der Reputation der etablierten Unternehmen. Das Vertrauen, das die Traditionsunternehmen über Jahre aufgebaut haben, genießen auch schneller die Startups, die mit ihnen zusammenarbeiten.

Welche Rolle können Startups bei der Digitalisierung der etablierten Unternehmen spielen?

Borek: Startups sind die Impulsgeber der deutschen Industrie. Wir brauchen ihr unternehmerisches Mindset, um neue Märkte und Geschäftsmodelle zu erschließen. Und wir brauchen dafür deutlich mehr unternehmerisches Wagniskapital, welches wir in die digitale Zukunft investieren müssen. Ein Beispiel: die Top 16 Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe machen kumuliert 70 Mrd Euro Umsatz – um einen ähnlichen Umsatz überhaupt digital zu ermöglichen müsste man wohl den doppelten Betrag investieren. Wie viel Kapital es dann insgesamt braucht für Deutschland und Europa kann sich jeder ausrechnen.

Welchen Beitrag leistet die Founders Foundation dabei, beide Seiten zu vernetzen?

Borek: Wir trainieren die Top-Unternehmer von morgen in unserer B2B-Kaderschmiede mit einem einzigartigen Bildungsangebot und Mentoren aus der ganzen Welt und setzen dabei auf Zukunftstechnologien. Nicht im nirgendwo, sondern direkt im Herzen des deutschen Mittelstands mit all seinen Ressourcen. Und weil unsere Startups rund um Bielefeld in der Regel die Nähe zu den vielen Hidden Champions und großen Corporates nutzen, entsteht eine Symbiose, die das Beste aus beiden Welten verbindet.

Wie sind die Erfahrungen aus den letzten Jahren?

Borek: Deutschland muss im internationalen Wettbewerb richtig Gas geben, um endlich aufzuholen. Wir haben so viele tolle Gründertalente, die von einer unterentwickelten Infrastruktur und einem festgefahrenen Mindset in vielen Bereichen ausgebremst werden. Ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen möchte ich behaupten: Wenn wir das Modell der Founders Foundation mit unserer Gründerausbildung europaweit ausrollen und unseren Toptalenten Mittel in Milliardenhöhe zur Seite stellen würden, hätten wir eine echte Chance.

Wie wichtig ist in Nordrhein-Westfalen der richtige Standort für eine Gründung bzw. wo funktioniert die Verbindung Mittelstand und Startups besonders gut?

Borek: Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wir denken nicht in Regionen, sondern in globalen Märkten. Wer unserer Denkweise folgt erkennt schnell, dass die Vernetzung von internationalen Ökosystemen und die clevere Nutzung der Ressourcen der jeweiligen Region die Schlüssel zum Erfolg sind. Ganz konkret konzentrieren wir uns gerade auf Israel – ob ein Startup dann in Bielefeld, Berlin oder in Düsseldorf sitzt ist also nicht entscheidend.

Politikseitig gedacht: Bietet das Land NRW ausreichend Fördermöglichkeiten bzw. Unterstützung an, um beide Welten miteinander zu verknüpfen oder ist dies gar nicht notwendig, weil die auch ohne funktioniert?

Borek: Wir haben mit Andreas Pinkwart einen tollen Digitalminister, der in kürzester Zeit unglaublich viel für die Startup-Szene hier erreicht hat. Der Mann weiß genau worum es geht und bringt die Dinge mit dem nötigen Pragmatismus auf den Weg. Zwei Beispiele: Pinkwart hat die “Exzellenz Start-up Center.NRW”-Förderung an sechs Universitäten mit 150 Millionen Euro genauso wie die Digital-Hubs möglich gemacht – eine gewaltige Chance für NRW. Diese Rahmenbedingungen stimmen also schon mal, um die Lösungen müssen wir uns allerdings selbst kümmern. Bei der Founders Foundation glauben wir fest an den “Best of both worlds”-Ansatz: Mit Events wie der Hinterland of Things-Startupconference, der kraftvollen Hinterland Allianz mit elf Top-Unternehmen der Region und dem Technologie-Netzwerk „It’s OWL“ sowie unseren Hackathons mit Corporates bringen wir schon heute Mittelstand und Startups erfolgreich zusammen und bieten den perfekten Nährboden für B2B-Startups.

Wie groß ist der “Leidensdruck” seitens der Mittelständler, mit Startups zu kooperieren?

Borek: Wenn der Leidensdruck hoch genug ist, ist es oft schon zu spät. Ich bin aber froh, dass viele familiengeführte Unternehmen es nicht dazu kommen lassen, sondern rechtzeitig handeln und sich der Verantwortung stellen, die Digitalisierung bewusst zu meistern. Sie agieren sehr weitsichtig und nachhaltig, weil sie sich ihrem Namen und ihren Mitarbeitern verpflichtet fühlen.